| Veranstaltung: | Landesdelegiertenkonferenz 2021 |
|---|---|
| Antragsteller*in: | LAG Bildung, Max Deisenhofer (MdL) (dort beschlossen am: 07.10.2021) |
| Status: | Eingereicht (ungeprüft) |
| Angelegt: | 07.10.2021, 22:43 |
A8: Aus der Corona-Krise lernen: Chancen der Digitalisierung an den bayerischen Schulen nutzen
Antragstext
Die Corona-Krise mit der kompletten Schließung der Schulen und dem Umstieg auf
Distanzunterricht hat grundlegende Probleme im bayerischen Schulsystem
offengelegt: fehlende digitale Infrastruktur und fehlende digitale Kompetenzen;
ein Präsenzunterricht, der in vielen Fällen immer noch aus Frontalunterricht
besteht und ins Digitale kaum übertragbar ist; Schüler*innen, die nie geübt
haben, selbstständig zu lernen und zu arbeiten und Eltern, die es gewöhnt sind,
zu Hause die Defizite auszugleichen.
Andererseits hat die Vereinzelung und Distanzierung vieler Schüler*innen die
Bedeutung der Schule als sozialem Raum und Rahmen besonders deutlich aufgezeigt.
Es stehen also drängende Fragen im Raum: Werden die intensiven pädagogischen,
didaktischen und technischen Erfahrungen weiterentwickelt oder geht alles weiter
wie bisher? Jetzt ist die Chance groß, aus den Erfahrungen zu lernen und unsere
Schulen zu modernisieren, nicht nur durch Worte, sondern auch durch Taten.
Klar ist auch: Ohne eine deutliche Erhöhung des Bildungsetats können unsere
Schulen nicht fit gemacht werden für die jetzige und die künftigen Generationen
an Schüler*innen und Lehrer*innen. Die Pandemie hat uns allen deutlich vor Augen
geführt, dass eine gute und breite Bildung aller Menschen auch längerfristig
deutlich höhere Investitionen erforderlich macht.
Wir fordern daher den intensiven Fokus auf zwei – miteinander verschränkte –
Aspekte: den Ausbau einer zeitgemäßen digitalen Infrastruktur in den Schulen und
gleichzeitig eine pädagogische Entwicklung aus den Erfahrungen der Corona-Krise.
Wir brauchen jetzt eine neue, moderne Haltung, die die Möglichkeiten des
Digitalen mit einer zeitgemäßen Pädagogik verbindet und unseren Kindern und
Jugendlichen ermöglicht, Selbstwirksamkeit und Entfaltung ihrer individuellen
Potentiale zu erleben.
Um die Schulen in Bayern endlich ans digitale Zeitalter heranzuführen, sind
erste dringende Maßnahmen notwendig, die die finanzielle Ausstattung, die
digitale Infrastruktur und die digitalaffinen Personalressourcen betreffen. All
die Maßnahmen sind von den Schüler*innen aus zu denken – und nicht von
Verwaltungsorganen oder Förderanträgen her – denn die Kinder und Jugendlichen
stehen im Mittelpunkt. Wir fordern:
- Den grundlegenden digitalen Ausbau aller Schulen mit schnellem Netz, das
„digitale Klassenzimmer“ mit digitalen Plattformen und mobilen Endgeräten
für alle Beteiligten in der Schule endlich umzusetzen
- Eine Reform des verstaubten bayerischen Schulfinanzierungsgesetzes, um
endlich eine dauerhafte Finanzierung von Hardware, Software,
Netzwerklösungen und technischer Systembetreuung zu gewährleisten
- Mehr Zeit für Schulleitungen und Lehrkräfte für die digitale
Transformation, d.h. mehr Schulleitungsstunden/Anrechnungsstunden
- Zusammenarbeit zwischen technischem Systembetreuer, didaktischem
Systemberater und Zuständigem des Sachaufwandsträgers, um ein Konzept für
alle Beteiligten der Schulfamilie zu gestalten
- Medienpädagogik und informationstechnische Grundlagen ebenso wie digitale
Methodik und Didaktik in der Lehrer*innenaus- und -weiterbildung einbinden
und intensivieren
- Digital- und Medienkompetenz zu einem fächerübergreifenden Lernziel
weiterentwickeln, sowie das Fach Informatik zum Fach Digitalkunde mit
medienpädagogischen Inhalten erweitern
Die flächendeckende Entwicklung der digitalen Infrastruktur und Technik macht
durch die Entkoppelung von zeitlich und räumlich synchroner Arbeit ein
individuelleres Lernen möglich. Damit ist sie ein zentraler Baustein für mehr
Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit. Schüler*innen sollen in ihrer
intrinsischen Motivation gefördert werden und verlässliche und erfolgreiche
Selbststeuerung lernen. Dafür müssen moderne Unterrichtsmethoden unter
Einbeziehung der digitalen Möglichkeiten entwickelt und geschult werden (z.B.
Blended Learning, Flipped Classroom).
Begründung
Die Corona-Krise hat den Finger in die Wunde vieler Versäumnisse in der Bildungspolitik gelegt. Digitalpakt I und Digitalpakt II waren und sind große Worte, eine digitale Infrastruktur sowie digitale Kompetenzen haben sich aber viel zu langsam entwickelt. Deshalb ist es nun an der Zeit, die dringlichsten Maßnahmen endlich umzusetzen. Eine massive Erhöhung des Budgets ist zwingend notwendig, denn gute Bildung fördert auf lange Sicht den sozialen Zusammenhalt und macht die Gesellschaft stark für die enormen Herausforderungen der Zukunft.
Unterstützer*innen
- Alexander Heimann (KV Würzburg-Stadt)
- Thomas Gehring (KV Oberallgäu)
- Wolfgang Hofmann (KV Bad Kissingen)
- Angela Büttner (KV München)
- Ralf Beckers (KV München)
- Marie-Christine Scholz (KV Regensburg-Stadt)
- Verena Matzner (KV München)
- Martin Weberbeck (KV Erlangen-Land)
- Andrea Hecking (KV Forchheim)
- Inge Pütz-Nobis (KV Forchheim)
- Georg Schütz (KV Forchheim)
- Peter Stodolka (KV Forchheim)
- Barbara Poneleit (KV Forchheim)
- Tim-Luca Rosenheimer (KV Bamberg-Land)
- Tanja Potzler (KV Bayreuth-Land)
- Oliver Strisch (KV Eichstätt)
- Sophie Schuhmacher (KV Fürstenfeldbruck)
- Klaus Hartmann (KV Miesbach)
- Maximilian Retzer (KV Landshut-Land)
- Nicole Lorenz (KV Eichstätt)
- Verena Machnik (KV Starnberg)
- Matthias Lorentzen (KV Augsburg-Stadt)
- Jürgen Friedrichs (KV Ebersberg)
- Cornelia Lentner (KV München)
- Johannes Kirn (KV München-Land)
- Karin Scherer (KV Erlangen-Land)
- Sarah Onken (KV Ebersberg)
- Katharina Ziegler (KV Miesbach)
- Anneliese Droste (KV Neustadt-Waldnaab)
- Martin Züchner (KV München)
- Nicole Augustin (KV Ebersberg)
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